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Anfang 2018

Rinderhaltung

Rinder stehen im Dreck, kaum Bewegungsfreiheit.
Das Fell voll mit Glattern.
Im Stall gehalten mit nassem Auslauf zur Miste.
Anzeige beim VeterinÀramt.
April 2018

Rinderhaltung

Ca. 70 KĂŒhe / KĂ€lber werden in einem Stall von einem Landwirt ohne Hilfe gehalten.
Einige KĂŒhe sind sehr unterernĂ€hrt, die Hufpflege ist mangelhaft.
Die Buchten sind ĂŒberfĂŒllt.
Bei einigen Tieren ist das Sprunggelenk aufgelegen durch das Nassliegen auf uneingestreutem Beton.
Sehr schlechtes Rauhfutter wird den Tieren angeboten, daher wahrscheinlich auch z. T. ausgezehrte Körper.
Der Landwirt zeigt sich im GesprÀch einsichtig.
Wir erstatteten Anzeige beim zustÀndigen VeterinÀramt.
Wir werden den Betrieb im Auge behalten.
Dezember 2017

KĂŒhe im Schussental

Wir wurden informiert, dass eine Kuhherde weit abseits vom Einblick auf diese gehalten wĂŒrde.
Wir fanden tatsĂ€chlich eine Kuhherde mit auch tragenden KĂŒhen vor.
Viele Tiere ohne Ohrmarken.
Es wurde den Tieren kein Rauhfutter angeboten, auch keinerlei TrÀnke vor Ort.
Die Tiere standen knöcheltief im Dreck; ein Trockenplatz zum Abliegen und Daiben gab es nicht.
Wir erstatteten Anzeige beim zustÀndigen VeterinÀramt.
Die MissstÀnde wurden durch Auflagen beseitigt.
Ende Februar 2018

Nicht einen Funken Menschlichkeit

Zum Teil tÀgige LÀmmer bei eisigem Ostwind ohne Unterschlupf.
20 Mutterschafe mit ihrren z. T. nur tagealten LĂ€mmern ohne Rauhfutter und ohne Unterstand auf einer Weide.
Die LĂ€mmer suchten einen wĂ€rmenden Schutz bei ihren MĂŒttern.
Zitternd und buckelig vor der KĂ€lte und dem eisigen Wind mussten sie die Rauheit der Menschen kennenlernen.
Wir erstatteten Anzeige beim zustÀndigen VeterinÀramt.
Dieses wurde tÀtig.
Die Mutterschafe mit ihren LĂ€mmern kam zum GlĂŒck noch in einen Stall, bevor uns die arktische KĂ€lte erreichte.
17.12.2017

Schafe im Freien - auch bei Nacht

Im Landkreis Ravensburg....
Juni 2017

Es gibt auch gute Tierhaltungen

Unterwegs in Richtung AllgĂ€u fanden wir diesen KĂ€lberkindergarten direkt an der Straße.
Schön,wenn man so was zu sehen kriegt.
Komliment an den Tierhalter !!!
15.11.2017

Leserbrief in der SchwÀbischern Zeitung erschienen

..Zum Bericht „Unter GĂ€nsen“ am 11.11.2017


Die Martinsgans ist wohl nur ein Vorkosten auf den Festtagsbraten, ohne Überlegung ĂŒber das oft dĂŒstere und schmerzhafte Leben dieser Tiere, welches von kurzer Dauer ist.
Vorausblickend auf den Festtagsbraten sollte sich der Verbraucher mal Gedanken machen, woher er Fleisch aus artgerechter Haltung auf den Festtagstisch bekommen kann.
Mal weniger fĂŒr Geschenke ausgeben, dafĂŒr aber ein großes Geschenk fĂŒr alle beim Festessen: „Fleisch aus artgerechter Haltung. Wissen, woher es kommt und vom Metzger vor Ort geschlachtet.“
Vertretbare Mehrkosten mit großem Obolus fĂŒr Mensch und Tier. Das muss uns der Festtagsbraten einfach wert sein, ob GeflĂŒgel, Schwein, Rind, Hasen ecpp.
Nicht der angebliche Verrat von Martin hat den Mensch zur Martinsgans gebracht. Es waren und sind die GelĂŒste des Menschen, einen deftigen GĂ€nsebraten mit Rotkohl und Knödel zu verzehren; sozusagen eine Alibigans, die Martinsgans!
Der ganz große Renner sind die HafermastgĂ€nse (Polen, Ungarn), denn dort werden die GĂ€nse noch mit Trichtern gestopft, um ein schnelles sehr schmerzhaftes Wachstum der Leber schnellstens zu erreichen, um dann als GĂ€nseleberpastete genĂŒsslich vom Feinschmecker Mensch verzehrt zu werden.
Bevor das arme Federvieh dann als Martins- oder Weihnachtsgans im BrĂ€ter landet, wird diese einige Male gerupft, um ihren Peingern auch noch als sanftes Ruhekissen mit DaunenfĂŒllung zu dienen.
Sowohl das Stopfen als auch das Daunenrupfen von GĂ€nsen sind tierquĂ€lerische Akte, welche den DaunenbettbenĂŒtzern den Schlaf kosten mĂŒsste und den Leuten beim Verzehr von Stopf- und MastgĂ€nsen der Appetitt vergehen beim Gedanken, welcher Schmerz und welches Leid diesen Tieren zugefĂŒgt wird.
So wie den GĂ€nsen der angebliche Verrat Martins angelastet wird, mĂŒsste der Menschheit die Qualen am Tier und die Vernichtung von Natur zur Last gelegt werden.
Kaum vorzustellen, was da dann noch auf die Menschheit zukommt !

Edeltraud FĂŒrst
Herbst 2016

Schaf , Ziege oder Schiege ?

Ein kleines ca. 4 Monate altes Schaf mit Parasitenbefall.
Aus diesem Grund verlor das kleine Schaf auch die gesamte Wolle, da es vom Besitzer sehr stark mit Parasitenmitteln behandelt werden musste.
Familie FĂŒtrst nahm "Molli", so ihr jetziger Name, bei sich auf.
"Molli" geht es jetzt richtig gut !!!
Juni 2017

Tierhaltung mit Fragezeichen

Im Landkreis Ravensburg....
24.06.2017

Weidetiere in der Hitze

24.06.2017
Bernd Treffler
Wie viel Schatten brauchen Weidetiere?
VeterinĂ€ramt Ravensburg prĂŒft die Haltung von Rindern auf einer Wiese bei Kißlegg
Den Rindern auf der Weide bei Kißlegg bleibt bis in die Nachmittagsstunden ein schmaler Schattenstreifen vom angrenzenden Wald, um sich vor der prallen Sonne zu schĂŒtzen.
Den Rindern auf der Weide bei Kißlegg bleibt bis in die Nachmittagsstunden ein schmaler Schattenstreifen vom angrenzenden Wald, um sich vor der prallen Sonne zu schĂŒtzen.privat

Kisslegg sz Unter der aktuellen Hitze und der drĂŒckenden SchwĂŒle stöhnen nicht nur viele Menschen. Auch Tiere – vor allem jene, die ganztĂ€gig draußen sind – können unter dieser extremen Witterung leiden. Ein besorgte Leserin hat sich diesbezĂŒglich an die „SchwĂ€bische Zeitung“ gewandt, weil sie Rinder auf einer Weide in der Region Kißlegg mehrere Tage hintereinander in der prallen Sonne stehen sah.

Bereits Anfang der Woche fielen Frauke Sommers, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will, die fĂŒnf Rinder auf einer Weide bei Kißlegg auf. Sie waren zwar mit einem TrĂ€nkefass ausreichend mit Wasser versorgt, doch Sommers hatte den Eindruck, dass der angrenzende Wald lediglich in den Vormittagsstunden Schatten bietet und die Tiere ansonsten den gesamten Tag in der prallen Sonne stehen mĂŒssen. Sie meldete dies der Vogter Polizei, die am spĂ€ten Nachmittag zu der Weide fuhr, die zu diesem Zeitpunkt nicht beschattet war. Es folgte eine Mitteilung an das zustĂ€ndige VeterinĂ€ramt, doch am Mittwoch standen die Rinder immer noch den ganzen Tag draußen.

Daraufhin rief Sommers tagsdrauf bei der SZ an, die wiederum beim Amt in Ravensburg nachhakte. „Wenn so ein Fall gemeldet wird, gehen wir dem generell innerhalb weniger Tage nach“, sagt Peter Reithmeier, Sachgebietsleiter Tierschutz im Landratsamt. Er fuhr daraufhin selbst zur besagten Weide heraus, um sich die Situation der fĂŒnf Rinder anzuschauen. „Ich war um 14.15 Uhr draußen und habe die Tiere in einem guten ErnĂ€hrungs- und Pflegezustand angetroffen“, sagt der Fachmann vom VeterinĂ€ramt. „Die Rinder konnten sich auch noch in dem Restschatten des Waldes aufhalten, der noch bis 16 Uhr ausreichen sollte.“

Generell sei die Weidehaltung bei solchen extremen Bedingungen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sollten die Tiere am besten draußen sein, auf der anderen Seite könnten Tiere aber auch unter der Hitze leiden und beispielsweise Kreislaufprobleme bekommen. „Deshalb ist ein Witterungsschutz wie hier der Schatten wichtig“, so Reithmeier. „Wenn wir der Meinung sind, dass dieser nicht ausreichend vorhanden ist, versuchen wir, mit dem Landwirt eine Lösung zu finden.“ Diese könne ein Wechsel der Weide oder ein Unterstand sein. Im aktuellen Fall sieht Reithmeier dies jedoch nicht als erforderlich an.
27.04.2017

Zum Bericht im SĂŒdfinder vom 10.06.2015

27.04.2017: Das VeterinĂ€ramt Ravensburg beschlagnahmt den Bestand der Hundehalter. Nach gewöhnlich gut informierten Kreisen sollen dabei ĂŒber 70 Hunde abgeholt worden sein


Bericht im "SĂŒdfinder"
MITTWOCH, 10. JUNI 2015

Leserbriefe
STADTGESPRÄCH

Leserbriefe:
Zum Thema: Kampf um 34 Hunde
„Ehepaar tĂ€uscht Kooperation vor“

Mit großem Erstaunen haben wir Ihren Bericht zur Hundehaltung der Familie Pennucci in Bodnegg zur Kenntnis genommen. Die Handlungsweise des
VeterinĂ€ramtes kann zum Wohl der Hunde nur voll unter stĂŒtzt werden. Die Pennuccis zeigen sich scheinkooperativ, wenn es um die Vermittlung der Hunde geht.
Seit 2013 ist uns bekannt, dass die Familie Tiere (auch Ente, Katzen, Schafe, Ziege und die Hunde) nicht artgerecht halten. Wir setzten alles daran, sowohl den Pennuccis als auch vorrangig den Tieren zu helfen.
Unser Ziel war, durch Annoncen und Zusammenarbeit mit verschiedenen Tierschutzorganisationen durch Platzkontrolle und SchutzvertrĂ€ge fĂŒr die Tiere ein gutes Zuhause zu finden.
Leider tÀuschte das Ehepaar Pennucci uns eine Kooperation zur Vermittlung der Tiere nur vor, um Zeit gewinnen.
Da Frau Pennucci auf mich nicht zu gut zu sprechen war (sie konnte meine RĂŒgen die Tierhaltung betreffend nicht ertragen), bat ich zwei aktive Mitglieder unseres Vereins, mal bei den Pennuccis vorbeizuschauen.
Dies geschah im MĂ€rz 2015. Vor Ort war nur Herr Pennucci. Das ganze Haus stank nach Kot und Urin der Hunde. Aus dem Sofa ragten die Federn heraus,
was eine große Verletzungsgefahr darstellte. Ein Hund lag total apathisch in der Ecke, konnte den Kopf fast nich heben. Ein Hund pinkelte an die Treppe,
zwei andere gleich drauf.
Aus einem Verschlag war Gewinsel und Scharren zu hören. Herr Pennucci öffnete auf Nachfrage die TĂŒr und es kamen Welpen heraus. Laut Pennucci hatte seine Frau diese angeblich aufgenommen, da sichderen Frauchen das Leben genommen hatte – oder sind essogar Welpen von Pennuccis?
Wir waren im FrĂŒhjahr 2014 vor dem Haus der Pennuccis.
Alles war verkotet; drei Hundewaren vor dem Haus, eine große Anzahl der Hunde schaute aus verschlossenen Fenstern. In einem grĂŒnen Kombi waren
mehrere kleine Hunde eingesperrt.
Als Frau Pennucci nach mehrmaligem Rufen dann zu uns kam, erzÀhlte diese, sie hÀtte all diese Hunde von Tierschutzorganisation(en), die
zum Zwecke der Einfuhr der Hunde einen Pflegeplatz vorweisen mĂŒssten, um sie nach Deutschland bringen zu können. Doch nun hĂ€tten diese sie
mit den Hunden einfach im Stich gelassen. Die Namen der Organisationen wollte sie nicht nennen.
Man muss sich auch fragen, ob eine derartige Ansammlung von Hunden nicht krankhaft ist. Denn, obwohl das VeterinÀramt eine weitere Vermehrung der Anzahl der Hunde strikt untersagt hatte, kamen wieder Welpen zu den Pennuccis.
Auch ist sehr fragwĂŒrdig, dass sich unkastrierte RĂŒden im Rudel befinden.
Aus unserer Sicht hat sich das VeterinĂ€ramt sehr rĂŒcksichtsvoll gegenĂŒber den Tierhaltern verhalten und war mehrals einsichtg mit der Familie Pennucci.
Es wÀre sicherlich sehr aufschlussreich, nicht nur einen Tierpsychologen zu Wort kommen zu lassen, sondern
uch einen, der sich mit Menschen befasst. Die Ansicht des Tierpsychologen ist fĂŒr uns in keiner Weise nachvollziehbar.
Welches Tier freut sich nicht, wenn es nach stundenlangem Einsperren in einem Zimmer (wenn auch im Rudel) etwas Freiheit bekommt?
Wir werden diese Hunde- und Tierhaltung in Bodnegg und im Schrebergarten in Weingarten bestimmt nicht aus den Augen lassen. Einmal Messi – immer Messi.
Wir werden zudem bei der Gemeinde Bodnegg nachfragen, ob auch die Hundesteuer immer ordnungsgemĂ€ĂŸ entrichtet wurde.

Edeltraud FĂŒrst,
1. Vorsitzende des Vereins „BĂŒrger fĂŒr artgerechte Nutztierhaltung Oberschwaben e. V.“


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19.05.2017

Endlich werden unsere Forderungen gesetzlich verankert

Am 16.11.2014 haben wir Minister Schmidt aufgefordert, per Eilverfahren die Schlachtung hoch tragender KĂŒhe zu stoppen.
Nachweislich wurden bei der ZwangsrĂ€umung eines Bauernhofes in Ittenhausen durch das Bauamt Riedlingen und das VeterinĂ€ramt Biberach hoch tragende KĂŒhe aauf den Schlachthof Buchloe gekarrt und geschlachtet.
Durch Strafanzeigen und immer wiederkehrende Aufforderungen ans Ministerium sehen wir uns jetzt am Ziel durch diese Gesetzgebung: Hoch tragende KĂŒhe dĂŒrfen nicht mehr geschlachtet werden !
Weiterhin werden wir unsere Forderung, Überwachungskameras in Schlachthöfen (Treib- und Tötungsbuchten) zu installieren, aufrecht erhalten.

19.05.2017 SchwĂ€bische Zeitung berichtet ĂŒber Gesetz zum Schutz von trĂ€chtigen KĂŒhen

TrÀchtig zum Schlachthof ? Bericht in der SZ am 11.12.2014

Ittenhausen sz Das Riedlinger Baurechtsamt hatte Anfang November den Hof des Ittenhausener Landwirts Edwin Blum zwangsgerĂ€umt, weil der Bauer die Tiere nicht artgerecht gehalten und mehrfachen Aufforderungen, den Hof entsprechend umzubauen, nicht nachgekommen war. Nun wirft er der Stadt Riedlingen vor, vier seiner hochtragenden KĂŒhe in den Schlachthof geschickt zu haben.

„Das ist aus tierrechtlicher Sicht moralisch und ethisch nicht vertretbar“, sagt Edeltraud FĂŒrst, Vorsitzende des Tierschutzvereins „BĂŒrger fĂŒr artgerechte Nutztierhaltung Oberschwaben“. Nachdem Blum erfahren hatte, dass vermutlich vier hochtragende KĂŒhe aus seinem Bestand geschlachtet wurden, wandte er sich an den Verein und bat um UnterstĂŒtzung.

„Ich habe Frau FĂŒrst die Ohrmarkennummern der KĂŒhe gegeben, damit sie selbst nachsehen kann, ob sie geschlachtet wurden“, sagt Blum. Die Tierschutz-Rechtlerin prĂŒfte das auf den Internetseiten des Landesverbandes fĂŒr Leistungs- und QualitĂ€tsprĂŒfungen in der Tierzucht (LKV) nach – und der Verdacht bestĂ€tigte sich.

Bauer reicht Strafantrag ein

Vor wenigen Tagen erhielt der Landwirt nun die Abrechnung der Viehhandlung, die seine beschlagnahmten Tiere im Auftrag der Stadt Riedlingen abgeholt und verkauft hat. In den Unterlagen, die auch der SZ vorliegen, sind 96 Tiere verzeichnet. 50 von ihnen (48 KĂŒhe und zwei KĂ€lber) wurden an einen Schlachthof in Buchloe im AllgĂ€u verkauft und dort geschlachtet – darunter auch die vier KĂŒhe, die nach den Angaben des Landwirts in wenigen Wochen ihr Kalb geboren hĂ€tten.

FĂŒrst rĂ€umt ein, dass die Art und Weise, wie Blum seine Tiere gehalten habe, fragwĂŒrdig gewesen sei (siehe Kasten). „Aber es war nicht so ein Problem, dass man die Tiere hĂ€tte wegholen mĂŒssen.“ Es sei ihnen gut gegangen. Als die ZwangsrĂ€umung dann doch ins Haus stand, habe sie in keinster Weise daran gezweifelt, dass diese ordnungsgemĂ€ĂŸ ablĂ€uft. Dass nun scheinbar zwei KĂ€lber und vier hochtragende KĂŒhe geschlachtet wurden, geht FĂŒrst aber zu weit: „Ich werde Anzeige gegen Unbekannt erstatten.“ In einer Pressemitteilung zitiert sie aus dem Tierschutzgesetz und aus der Tierschutzschlachtverordnung. Demnach dĂŒrfe ein WarmblĂŒter nur geschlachtet werden, „wenn er vor Beginn des Blutentzugs betĂ€ubt worden ist“. Bei einem voll ausgebildeten Fötus sei das nicht gewĂ€hrleistet.

Martin Gerster, SPD-Bundestagsabgeordneter fĂŒr den Wahlkreis Biberach und nach eigener Aussage „Mitglied aus Überzeugung“ bei den BĂŒrgern fĂŒr artgerechte Nutztierhaltung, teilt die EinschĂ€tzung, dass die ZwangsrĂ€umung ohne RĂŒcksicht auf den Tierschutz vonstattengegangen sei. NatĂŒrlich hĂ€tten baurechtliche MĂ€ngel auf dem Hof vorgelegen, was eine RĂ€umung rechtfertige, erklĂ€rt Gerster. „FĂŒr mich stellt sich aber die Frage, warum gesunde Tiere bis nach Bayern gefahren und dort geschlachtet worden sind. Das ist sehr problematisch.“

Blum selbst hat am 4. Dezember bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg einen Strafantrag gegen den Riedlinger Bauamtsleiter Elmar Seifert eingereicht, der die ZwangsrĂ€umung angeordnet hatte. Die Staatsanwaltschaft bestĂ€tigt den Eingang des Antrags: Man werde prĂŒfen, ob in der Sache ein Anfangsverdacht fĂŒr eine Straftat vorliegt.

Entscheidung fÀllt Amtstierarzt

Seifert indes stellt klar, dass der Bescheid ĂŒber die ZwangsrĂ€umung, der dem Landwirt zugestellt worden sei, rechtskrĂ€ftig ist. Dass die Tiere im Zuge dessen an ZĂŒchter, Bauern- oder Schlachthöfe verkauft werden, sei ein ĂŒbliches Verfahren. Welche Kuh sich fĂŒr den Verkauf eigne und welche geschlachtet werden mĂŒsse, entscheide der Amtstierarzt vor Ort.

Blum sei den Auffoderungen des Stadtbauamts zwei Jahre lang wiederholt nicht nachgekommen, so Seifert weiter. Letztendlich sei der Behörde nichts anderes ĂŒbrig geblieben, als den Hof rĂ€umen zu lassen - obwohl der Tierbestand gut gepflegt gewesen sei. Man könne dem Landwirt nicht vorwerfen, seine Tiere schlecht behandelt zu haben. „HĂ€tte man mir eine Hofstelle genannt, wo ich die Tiere hĂ€tte hinbringen lassen können, hĂ€tte ich es getan“, erklĂ€rt der Bauamtsleiter. Doch weder Blum, noch TierschĂŒtzerin FĂŒrst, noch die Gemeinde hĂ€tten ein solches Angebot gemacht.

Werner Gebele, BĂŒrgermeister von Langenenslingen, erklĂ€rt, dass er mehrfach versucht habe, mit dem Landwirt eine Lösung zu finden. „Ich habe ihm auch einen freien Stall angeboten, den ein anderer Bauer aufgegeben hatte“, so Gebele. Doch Blum habe abgelehnt.

FĂŒr TierschĂŒtzerin Edeltraud FĂŒrst ist die Argumentation der Stadt Riedlingen widersprĂŒchlich. „WĂ€re es Herrn Seifert um die artgerechte Haltung gegangen, hĂ€tte er die Tiere nicht dem Schlachter ĂŒberlassen dĂŒrfen“, sagt sie.

Ob die hochtragenden KĂŒhe tatsĂ€chlich im Schlachthof gelandet sind, ist allerdings noch nicht geklĂ€rt. Bernd Schwarzendorfer, Pressesprecher des Landratsamts, hatte nach der RĂ€umung Anfang November erklĂ€rt, dass vier hochtragende KĂŒhe in die mit dem Transport beauftragte Viehhandlung nach Mittelbiberach gebracht wurden und von dort aus verkauft werden sollten (die SZ berichete). Was anschließend mit den Tieren passiert ist und ob es sich dabei um die KĂŒhe handelt, die in der Rechnung des Landwirts als geschlachtet aufgefĂŒhrt sind, steht derzeit noch nicht fest. Das Landratsamt ist jedoch dabei, den Sachverhalt aufzuklĂ€ren.

Stadt will aufklÀren

Auch die Stadt Riedlingen hat einen Rechtsanwalt beauftragt, um den Ablauf der ZwangsrĂ€umung zu prĂŒfen. Sobald die Sache aufgeklĂ€rt sei, wolle sich BĂŒrgermeister Marcus Schafft mit allen Beteiligten, darunter auch der Bundestagsabgeordnete Gerster, zu einem GesprĂ€ch zusammensetzen, sagt Andreas Staudacher von der Kanzlei DST in Laupheim. FĂŒr Gerster wirft die Angelegenheit allerdings auch die grundsĂ€tzliche Frage auf, wie man mit Tieren umgeht: „Hier zeigt sich, was mit Tieren passiert, wenn baurechtliche Vorgaben nicht eingehalten werden.“

Baurechtliche MĂ€ngel auf dem Ittenhausener Hof

Die Stadt Riedlingen hat den Hof des Ittenhausener Landwirts rÀumen lassen, weil baurechtliche MÀngel vorliegen.

Zu diesen gehören:

zu wenige Futtertische, so dass die Tiere vom Stallboden fressen mussten

zu wenige Melktische fĂŒr die rund 50 MilchkĂŒhe

eine so genannte Matratze aus Kot und Heu, auf der die Tiere stehen mussten

unbefestigter Boden, durch den FĂ€kalien ins Grundwasser gelangen

(Bericht in der "SchwÀbischen Zeitung", Auisgabe Riedlingen am 11.12.2014)

19.05.2017: Meldung in der SchwĂ€bischen Zeitung: Der Bundestag hat gestern beschlosssen, dass keine trĂ€chtigen KĂŒhe mehr geschlachtet werden dĂŒrfen.